Lysann Werner

Soulful Holistic Interior Design

Lysann Werner

Soulful Holistic Interior Design

lys.home magazin

Das Magazin ist für dich. Hier geht es um Inspiration für deine inneren und äußeren Räume. Ich schreibe darüber, wie ich diesen wundervollen heiligen Raum im Inneren - das innere Zuhause - erlebe und wahrnehme, und wie sich innerer und äußerer Raum verbinden lassen. Immer mal wieder gebe ich dir auch einen kleinen Einblick in Projekte, die ich mit meinen Kunden realisiert habe. Sie erzählen, was diese Räume für sie bedeuten und welche Veränderung sie in ihrem Leben bewirken. Und natürlich stelle ich dir ab und an auch feine Produkte vor, die deinen Alltag und deine Räume noch ein bisschen schöner machen. Tauche ein, lass dich inspirieren und hab ganz viel Freude.

Vom Säen, Sehen und Ernten

27. August 2018 | Magazin, The Inner Home

Bist du bereit zu ernten?

Wie geht es dir, wenn du diese Frage liest? Kannst du sehen, welche Felder du in den letzten Monaten besonders gut bestellt hast, sodass jetzt die Zeit für eine reiche Ernte gekommen ist? Kannst du sie alle wahrnehmen? Oder übersiehst du vielleicht das ein oder andere, so wie es mir passiert ist?

Als mir vor ein paar Tagen eine ganz wundervolle und sehr, sehr kluge Frau, deren Weisheit und tiefen Blick auf und vor allem hinter die Dinge ich unendlich schätze, diese Frage stellte, wurde ich ziemlich nachdenklich.
Blitzschnell griff der Verstand, und da ist wirklich Verlass auf ihn, mit absoluter Zielsicherheit in eine ganz bestimmte Schublade. Und zwar genau in die, die sich seiner Meinung nach über all die vielen Jahren in ähnlichen Situationen am besten bewährt hatte. Er hatte sie schon millionenfach geöffnet und kannte sie daher in- und auswendig. Er wusste, auch ohne nur den winzigsten Moment darüber nachdenken zu müssen, wo welche Messwerkzeuge lagen und welches von ihnen genau in diesem Fall das präziseste Ergebnis lieferte. Und er wusste auch, dass sich in der gleichen Schublade verschiedene Listen zur Bewertung des äußeres Erfolgs befanden, mit deren Hilfe er die Ergebnisse vergleichen und entsprechend einordnen konnte. Also machte er sich ans Werk. Er unterzog sämtliche Lebensbereiche in Windeseile einer eingehenden Überprüfung, verglich die Fakten, die die Messungen ergeben hatten, mit seinen Tabellen und Diagrammen und befand, dass er nicht besonders viel finden konnte war, was sich als „erntereif“ einordnen ließ. Zu seiner Verteidigung sei erwähnt, dass er „erntereif“ mit äußerem, sichtbarem Erfolg gleichsetzte.
Das Ergebnis gefiel ihm so ganz und gar nicht. Er war ziemlich ernüchtert und stellte fest, dass wohl irgend etwas gewaltig schief gelaufen sein musste. Und da er sich ja auf genau solche Situationen spezialisiert hatte  und sehr gerne hilfreich zur Seite stehen wollte, machte er sich sogleich mit folgenden Fragen an die Analyse: War denn überhaupt etwas gesät worden? Wie, was und wo war gesät worden? War das beste Feld mit den optimalsten Bedingungen ausgesucht worden? War genügend gehegt, gewässert und gepflegt worden? … Genau genommen sehr schlaue Fragen, denn wenn in dieser Kette alles ordnungsgemäß gelaufen wäre, so jedenfalls war er sich sicher, dann müssten jetzt auf jeden Fall entsprechende Ergebnisse sichtbar sein, die sich unter „äußerem Erfolg“ verbuchen ließen.

Nachdem mir der Verstand seine Bewertungen, Antworten und Hinweise hatte zukommen lassen, beschlich mich Enttäuschung und Traurigkeit… Aber wenn er sagt, dass dies die Fakten sind, dann hatte ich anzuerkennen, dass ich an irgendeiner Stelle mächtig etwas falsch oder zumindest nicht ganz richtig gemacht hatte. Oder vielleicht auch etwas Wichtiges ganz versäumt hatte.

Ich war fast schon fast bereit, ihm recht zu geben, als ich einen feinen Impuls empfing, der mir empfahl, ich solle doch noch mal genauer hinschauen, ehe ich klein beigebe, ob ich nicht doch irgendwo ein Feld bestellt hatte, auf dem reiche Ernte wartete. Eines, das möglicherweise nicht ganz so leicht zu erkennen war und nicht so offensichtlich und vor allem nicht im herkömmlichen Sinne überprüfbar vor mir lag. Ich erinnerte mich daran, dass mich schon seit einiger Zeit ein bestimmtes Gefühl begleitet. Ich schien vom vielen Arbeiten müde zu sein, und das obwohl es im Alltag im Außen gar nicht außerordentlich viel zu tun gab. Eher im Gegenteil. Ich konnte mir viel Zeit nehmen, um mich meinen inneren Räumen zu widmen. Meinen Gedanken. Meinen Gefühlen. Meinen Ideen. Meinen Vorstellungen davon, wie bestimmte Dinge am besten sein sollten. Meinen Erwartungen. Meinen Wünschen und Visionen. Konnte prüfen, was sich davon noch stimmig anfühlte und was ausgedient hatte. Was ich weiter tragen und was ich lieber zurücklassen oder aufgeben wollte. Ich spürte, wo ich mehr Raum brauchte, wo ich mir selbst mehr Raum geben durfte, um mich ausweiten und entfalten zu können. Dabei säte ich, von meinem aufs Messen und Vergleichen so wunderbar durchtrainierten Verstand fast unbemerkt, neue, andere Gedanken und Gefühle, neue Bilder meiner erfüllten Zukunft. Ich hegte und pflegte, wässerte und düngte sie. Zupfte Unkraut, a.k.a. Gedanken, die mich von dem was ganz tief in meinem Herzen wohnt und gelebt werden wollte, entfernten statt mich ihm näher zu bringen. Wieder und wieder.
Was also, fragte ich mich, wenn es jetzt um genau dieses Feld geht? Darum, es zu wahrnehmen, zu sehen und anzuerkennen? Einmal ganz bewusst die Aufmerksamkeit auf dieses Feld, auf diesen Raum in mir zu lenken? Wirklich hinzuschauen und zu spüren, dass dort bereits so viel Prachtvolles und Wunderbares gewachsen, gediehen und ausgereift war und beinahe schon darauf wartete, endlich gepflückt und geerntet zu werden?
Nein, nicht vielleicht! Sondern ganz sicher ging es genau um dieses Feld, diesen inneren Raum, den ich den letzten Monaten so fleißig beackert hatte, ohne mir dessen wirklich in der Tiefe bewusst zu sein. Doch bevor ich hier auch nur die kleinste Frucht oder den dünnsten Halm ernten konnte, durfte ich erkennen, dass es überhaupt existierte und welch unendliche Fülle es bereits in sich trug. Ich durfte sehen, dass ich da etwas von unermesslichem Wert erschaffen und mit großer Hingabe und viel Geduld genährt hatte, und dass es jetzt, wo es bereit zur Ernte war, mich würde nähren können, wenn ich es erlaubte…

Kein Wunder, dass der Verstand bei seinem Versuch diesen Wert mit den ihn bekannten und vertrauten Werkzeugen zu messen, so kläglich scheiterte. Ein immaterieller, innerer Wert lässt sich eben nicht einfach so an einer Skala ablesen und beziffern. Aber er lässt sich anerkennen. Und genau das ist der Punkt – in dem Moment, wo wir seine Existenz wirklich anerkennen und er ganz selbstverständlich und vollkommen gleichberechtigt neben all den sichtbaren Dingen sein darf, kann er seine ganze Kraft und seinen unschätzbaren Wert von Innen heraus entfalten und auch im Außen sichtbar werden.

 

 Eine wunderbar reiche Ernte wünsche ich dir.

 

Lysann

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